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Insektenschutz

Kinder basteln Insektennisthilfen                                        

 

 

Im Rahmen des von der „agenda21" gestalteten Tettnanger Ferienprogramms durften am Mittwoch, dem 28.07.2011, 16 interessierte Kinder im Alter von sechs bis 12 Jahren unter Anleitung durch den Tierschutzverein Tettnang e. V.  Nisthilfen für Insekten gestalten. Hierbei entstand ein Insektenhotel, das anschließend auf der Hochzeitswiese unterhalb des Tettnanger Schlosses aufgehängt wurde, sowie etliche kleinere Nisthilfen, die die fleißigen Kinder mit nach Hause nehmen konnten.

 

Insekten, leider oft pauschal als „Schädlinge" angesehen, helfen bei der Bestäubung von Pflanzen, sind Teil der Nahrungskette und dienen als so genannte "Müllabfuhr der Natur", das heißt sie zersetzen beispielsweise Aas und totes Holz.

 

Jedoch gehen viele natürliche Lebensräume für Insekten immer mehr verloren:

Zur besseren Bewirtschaftung wurden in der Landwirtschaft aus vielen kleineren Wiesen und Äckern, die früher unsere Landschaft prägten, immer größere Flächen angelegt, Feuchtwiesen wurden trocken gelegt, abgestorbene Bäume entfernt und durch neue ersetzt.

Auch bevorzugen viele Hausbesitzer ordentliche, aufgeräumte Gärten ohne bunte Blumenwiesen und ohne Totholz. Nützliche Wildkräuter und -blumen werden als Unkraut angesehen und entfernt.

Im privaten Bereich wie auch in der Landwirtschaft werden noch immer zumindest teilweise Spritzmittel verwendet, die leider nicht ausschließlich die Ernteschädlinge, sondern auch Nützlinge vergiften.

Lehm ist als Baumaterial vollständig verschwunden; Mauerritzen, Steinfugen und ähnliche Nischen werden glatt verputzt.

 

Ob im Garten oder auf dem Balkon: selbst gefertigte Nisthilfen sind ein sinnvoller Beitrag zum Naturschutz. Stroh, Schilfrohrmatten, Bambusstäbe, Holunder- und Brombeerzweige, angebohrte Äste und Holzscheiben, lehmgefüllte Hohlziegel leisten hierbei gute Dienste. Welche Insekten welche Materialien bevorzugen, ist nicht abschließend erforscht. Bekannt ist jedoch, dass z. B. Holzbienen, Maskenbienen, Mauerbienen und Blattschneiderbienen in Totholz nisten. Lehm- und Goldwespen wiederum bevorzugen Lehm. Auch Mauerritzen und Steinfugen sind begehrte Nistplätze für allerlei Insekten. Manche sind beim Material auch gar nicht wählerisch und nehmen jegliche Art Unterschlupf an, der in Form und Größe geeignet ist.

 

Auch wertvolle Futterplätze können zu Hause angeboten werden: Wildblumen-Saatmischungen gibt es in Gartenfachmärkten zu kaufen; im Garten oder auch in Balkonkästen oder Kübeln ausgesät erfreut die üppige Blütenpracht nicht nur verschiedenste Insekten, sondern auch ihre zweibeinigen Betrachter.

 

Weitere Informationen zum Anfertigen von Insektennisthilfen erhalten Sie beim Tierschutzverein Tettnang e. V. unter der Tel.nr. 07542 409632.

 

Foto: Frank Ebersbach 

 

Nützliche Links zum Thema:

 http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/insektenundspinnen/nisthilfen/00959.html