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Reptil des Jahre - Die Mauereidechse (Podarcis)

Verbreitung

Von den europäischen Reptilien ist die Mauereidechse mit mehr als 20 Arten nicht nur die dominierende Gruppe, sonder auch diejenige mit dem größten Verbreitungsgebiet. Dieses erstreckt sich in Ost-West-Richtung von Nord-spanien bis Nordwest-Anatolien und in Nord-Süd-Richtung von den Süd-Niederlanden bis in den Süden Griechenlands. In Deutschland besiedelt die Mauereidechse vorwiegend warme, trockene Hanggebiete von Rhein, Neckar, Mosel, Saar, Nahe und Lahn in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg.

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Aussehen

Die Mauereidechse kann eine maximale Gesamtlänge von 22 cm erreichen, die meisten Tiere bleiben jedoch unter 20 cm. Durch ihren schlanken, abgeflachten Körper, die kräftigen Beine mit langen Zehen sowie den langen Schwanz, der etwa zwei Drittel der Körperlänge einnimmt, ist sie ein ausgezeichnetes Klettertier. Die bei uns heimischen Mauereidechsen sind hell- bis mittelbraun oder grau gefärbt und dadurch auf Mauern und Felsen gut getarnt. Die Farbe des Rückens kann jedoch variieren. Manche Populationen weisen sogar eine intensivgrüne Rückenfärbung auf, mit der sie den Smaragdeidechsen zum Verwechseln ähnlich sehen.

Mauereidechse, Foto des NABU:


 

Vermehrung

Die Geschlechtsreife erreicht die Mauereidechse, deren durchschnittliche Lebenserwartung vier bis sechs Jahre beträgt, erreicht im Alter von zwei Jahren. Sie misst dann von Kopf bis Rumpf etwa fünf cm. Nach der Winterruhe werden ab Anfang März die Männchen munter und tragen erste Revierkämpfe aus. Erst drei bis vier Wochen später tauchen die Weibchen auf, die sich ihren Partner aufgrund Färbung, Größe und geruchlicher Signale aussuchen. Die Paarung erfolgt von Ende März bis Juli. Etwa einen Monat nach der Paarung legen die Weibchen unter Steinen oder in selbstgegrabenen Gängen zwei bis zehn Eier ab. Je nach Temperatur schlüpfen nach sechs bis elf Wochen (also Mitte Juli bis Mitte August) die ersten Jungtiere.

 

Nahrung

Die Mauereidechse ernährt sich von Insekten, Spinnen, Würmern und Schnecken.

 

junge Mauereidechse, Foto des BUND:


 

Feinde

Vor allem die jungen Eidechsen dienen den Schlingnattern als Beute. Große Mauereidechsen fallen eher Greifvögeln wie Turmfalken und Mäusebussarden, aber auch Neuntötern und Rabenkrähen zum Opfer.

 

Lebensraum

Die natürlichen Lebensräume der Mauereidechse wie Weinberge, Bahntrassen, Abbruchkanten in Flussläufen, Schotterbänke an naturnahen Flüssen sowie lichte Laubwälder werden leider immer mehr eingeschränkt oder gar zerstört.

Zwar ist die Mauereidechse nicht vom Aussterben bedroht, jedoch eine stark gefährdete Tierart und deswegen als streng zu schützende Art in den Anhang IV der EU-weit gültigen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie aufgenommen worden.

 

Schutz

Die deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde empfiehlt folgende Maßnahmen zum Schutz der Mauereidechse:

 

-  Erhalt und langfristige Sicherung trockenwarmer Primärbiotope, z. B. lichte Laubwälder mit offenen Felsbildungen, natürliche Block- und Geröllhalden und gerölldurchsetzte Trockenrasen

-Wiederzulassen von Abtrag und Auflandung von Sedimenten an Fließgewässern, sodass wieder Abbruchkanten und Schotterbänke entstehen können

-Aufrechterhaltung der traditionellen Bewirtschaftung in den Weinberglagen

- Erhaltung und Pflege brachliegender Sekundärstandorte, z. B. in Steinbrüchen oder an Bahndämmen, Straßen- und Wegrändern und in aufgelassenen Weinbergen

-Erhaltung und Wiederherstellung wertvoller Habitatstrukturen wie Trockenmauern, Steinriegel und freie Felsabschnitte

 

 zum Schluss noch kleine Kuriositäten:

 -einzelne Tiere werden anstatt der üblichen vier bis sechs Jahre auch schon mal zehn Jahre alt

 

-laut Informationen in Wikipedia lebt die größte Mauereidechsen-Population nördlich der Alpen auf dem Gelände des Zürcher Hauptbahnhofs

 

-aufgrund des bevorzugten Lebensraums Weinberg könnte man beinahe zu dem Schluss kommen, die Tiere seien Liebhaber des „guten Tröpfchens“

 

 

Quelltexte: - Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e. V. (DGHT)

                - NABU (www.amphibienschutz.de)