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Amphibienschutz

Der Zaun ist weg - die Frösche sind gerettet! … Denkste!

Jahr für Jahr –so etwa ab März- sieht man entlang der Straßen in Waldgebieten die Amphibien-Schutzzäune und in der Morgen- bzw. Abenddämmerung fleißige Helfer, die –mit Taschenlampen und Eimern ausgestattet- Kröten und Frösche über die Straße tragen.

Irgendwann sind dann die Zäune weg und die Tiere gerettet, oder? Nun, die Frösche und Kröten sind zwar wohlbehalten über die Straße gekommen und können den Weg zu ihren Laichgewässern weiter verfolgen. Doch unsere Aufgabe im Amphibienschutz ist damit noch nicht ganz erfüllt.

 

Nach Ende der Frosch- bzw. Krötenwanderung haben wir mit vielen fleißigen Helfern am 18. April 2009 die Amphibien-Schutzzäune in Braitenrain, Hagenbuchen, Oberwolfertsweiler, Schleinsee sowie eine Woche später in Obereisenbach wieder abgebaut.

An dieser Stelle auch ein ganz herzliches Dankeschön an alle. die uns bei der gesamten Organisation und insbesondere beim Auf- und Abbau der Zäune tatkräftig unterstützt haben! Wir freuen uns, wenn ihr nächstes Jahr wieder dabei seid!

 

Wir möchten hier nun am Beispiel Braitenrain einen kleinen Einblick in die weiteren Aufgaben des Amphibienschutzes geben: Zunächst einmal finden wir im Wald zwischen Braitenrain und Bürgermoos nur selten mal eine Kröte. Hier leben vorwiegend Grasfrösche.

 

In sechs Wochen haben wir in Braitenrain ca. 3.500 Frösche über die Straße gerettet. Hier wie auch an anderen Zaunabschnitten haben wir gegenüber den Vorjahren leider z. T. einen Rückgang der Tiere von 50 % und mehr zu verzeichnen. Auch im restlichen Bodenseekreis geht die Zahl der Amphibien stark zurück. Von offizieller Seite wird untersucht, ob evtl. eine Erkrankung die Ursache hierfür ist.

 

Zum Laichen suchen die Tiere ihre Geburtsgewässer auf. nach der Befruchtung des Laiches schlüpfen innerhalb 10 – 14 Tagen die Kaulquappen, die sich wiederum in 10 – 12 Wochen zum Jungfrosch entwickeln.

 

Sehr oft sind die Laichgewässer kleine Wasserstellen, Gumpen, teilweise auch nur Pfützen, die übers Frühjahr nach und nach austrocknen, was ein Absterben des Laiches bzw. der Kaulquappen zur Folge hat. Daher wurde im „Inneren Kauer Moos“ vor zwei Jahren ein Amphibien-Schutzteich angelegt, in den wir Laichballen bzw. Kaulquappen umsetzen. Dieses Umsetzen darf ausschließlich von befugten Personen erfolgen, die sich regelmäßig zum Thema „Amphibienschutz“ fortbilden, um stets nach neuesten Erkenntnissen Schutzmaßnahmen treffen zu können.

Die Hauptwanderstrecke der Grasfrösche verläuft vom „Mariabrunner“ und „Äußeren Kauer Moos“ ins „Innere Kauer Moos“. In umgekehrter Richtung waren kaum Frösche zu finden. Ebenso konnten wir im „Mariabrunner“ wie auch im „Äußeren Kauer Moos“ keine Kaulquappen finden. So haben wir also –bewaffnet mit Eimern und Keschern- in erster Linie die rund 20 Kleingewässer im „Inneren Kauer Moos“ nach Kaulquappen abgesucht. Die Frösche waren allerdings sehr gnädig mit uns und haben sich zum Laichen auf gerade mal vier Gewässer beschränkt … Trotzdem hieß es, fleißig dabei zu bleiben: bei bewölktem oder gar regnerischem Wetter versteckten sich die Kaulquappen zwar hartnäckig unter Blättern und Zweigen am Grund des Flachwassers. Bei gutem Wetter hingegen tummelten sich Massen von Kaulquappen nahe der Wasseroberfläche und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Wir hatten wirklich alle Kescher voll zu tun und innerhalb kürzester Zeit waren unsere Eimer voll!

 

Vor allem nachdem es Ende April schlagartig Frühling wurde, lief uns zum Teil fast die Zeit davon, weil durch die Wärme Pfützen und kleinere Gumpen von einem Tag auf den anderen nahezu vollständig austrockneten. Zudem entwickelte sich die Vegetation rund um die Gewässer recht üppig und wir hatten stellenweise alle Mühe, um ans Wasser zu gelangen. Davon ließen wir uns natürlich nicht beirren und schöpften fleißig weiter. Und unsere Mühe wurde belohnt: von Woche zu Woche konnten wir mit verfolgen, wie die Kaulquappen größer wurden und die ersten Füßchen bekamen. An einer Wasserstelle haben wir fast jedes Mal Bergmolche angetroffen und gelegentlich konnten wir auch  schon die ersten, noch ganz kleinen, Jungfrösche beobachten.

 

Zwischenzeitlich kam schon mal die Frage auf, wie viele Kaulquappen wir denn umgesetzt haben. Hunderte? Tausende? Wir wissen es leider nicht und wir werden uns auch in Zukunft davor hüten, nachzuzählen…

Da in unseren Eimern aber immer richtig viele drin waren, die Bevölkerung in den Kleingewässern zusehends weniger wurde und es in der Flachwasserzone des Amphibien-Schutzteichs bei sonnigem Wetter von Kaulquappen nur so wuselte, denken wir, es waren schon ein paar Tausend, die wir da umgesetzt haben.

 

Jetzt hoffen wir, dass auch das Umsetzen der Laichballen bzw. Kaulquappen dazu beiträgt, dass die Zahl der Grasfrösche in den nächsten Jahren wieder steigt.

 

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, sich im Amphibienschutz mit einzubringen, laden wir Sie herzlich ein, uns im nächsten Jahr zu unterstützen: sei es beim Auf- und Abbau der Zäune, durch die Übernahme eines Kontrollgangs entlang eines Zauns oder beim anschließenden Umsetzen. Den Termin für den Aufbau der Schutzzäune veröffentlichen wir in den Tettnanger Gemeindenachrichten sowie in der Schwäbischen Zeitung und unter der Telefonnummer 07542 - 40 96 32 erhalten Sie gerne auch persönliche Informationen.