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Am 27.02. hat der Tierschutzverein Tettnang im Auftrag des Umweltschutzamtes Bodenseekreis mit 50 Helfern, darunter vielen Kindern, 1.800 m Amphibien-Schutzzäune aufgebaut.
Doch wie funktioniert das eigentlich genau mit den Zäunen?
Amphibien folgen zum Laichen ihrem Instinkt, der sie in die Richtung ihres Geburtsgewässers leitet. Selbstverständlich ohne Rücksicht darauf, ob sie dabei eine Straße überqueren müssen.
Daher haben wir vor 10 Jahren entlang der Straßen, die auf den Wanderstrecken liegen, Eimer in die Erde eingegraben. Zwischen Straße und Eimern werden die Schutzzäune errichtet. Auf der Wanderung zu ihrem Laichgewässer stoßen die Amphibien auf die Zäunen und bewegen sich an diesen entlang, bis sie in den nächsten Eimer fallen. Das tut den Tieren nicht weh, und da sie ohnehin zur Fortpflanzung ihre Artgenossen suchen, fühlen sie sich auch nicht gestört, wenn sie zu mehreren im Eimer im sitzen. Bei den täglichen Kontrollgängen können so Grasfrösche, Kröten und Lurche mühelos aus den Fangeimern geholt und über die Straße gebracht werden.
Nach Ende der Laichwanderungen - je nach Witterung in ca. sechs bis acht Wochen - werden die Zäune wieder abgebaut und die Eimer mit Split gefüllt, damit keine weiteren Tiere hineinfallen können.
Vergangenen Samstag machten wir uns also bei herrlichem Sonnenschein daran, in Braitenrain, Hagenbuchen und Schleinsee zunächst einmal den Split vom Vorjahr wieder aus den Eimern zu graben. So mancher Helfer entwickelte beinahe pfadfinderische Fähigkeiten beim Aufspüren einzelner Eimer, die sich in den vergangenen zehn Monaten und Laub, Ästen und Gras versteckt hatten. Dann galt es, die Zäune aufzustellen und mit Erdspießen zu befestigen.
Obwohl sich aufgrund der steigenden Temperaturen in den letzten Tagen schon die ersten Grasfrösche auf den Weg gemacht hatten und manche leider vom Straßenverkehr erfasst und getötet worden waren, freuten wir "Zaunbauer" uns dennoch über das milde Wetter; denn schon oft hatten uns Schnee und Eis die Arbeit reichlich erschwert.
Begleitet wurde die diesjährige Aufbau-Aktion von einem Kameramann des regionalen Fernsehsenders "Regio-TV / Euro3". Die Sendung wird in den nächsten Tagen ausgestrahlt.
Der längste Zaunabschnitt liegt zwischen Braitenrain und Sputenwinkel und misst 1.400 m. Hier war vom Landratsamt Bodenseekreis eine Straßensperrung angeordnet worden, damit die Schutzzäune gefahrlos und zügig aufgebaut werden konnten.
An dieser Stelle ein Dankeschön für das Verständnis all der Verkehrsteilnehmer, die aufgrund der Sperrung einen Umweg in Kauf genommen haben! Ebenso gilt unser Dank der Stadt Tettnang, der Gemeinde Eriskirch und dem Verkehrs- wie auch dem Umweltschutzamt Bodenseekreis für ihre Unterstützung.
In den nächsten Wochen werden wieder viele Helfer - unter anderem auch Schulklassen - damit beschäftigt sein, morgens und abends die Amphibien einzusammeln und über die Straße zu bringen. Während dieser Kontrollgänge sind ebenfalls beschilderte Geschwindigkeitsbegrenzungen angeordnet. Um die Helfer nicht zu gefährden, bitten wir dringend darum, die ausgewiesene Geschwindigkeit einzuhalten.